Südtiroler Krebshilfe - Themen
Was ist Krebs

Krebs hat kein einheitliches Krankheitsbild. Hinter dem Begriff verbergen sich weit mehr als hundert verschiedene bösartige Erkrankungen. Sie entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese Veränderungen können nicht mehr repariert werden und die Erbinformationen werden dadurch verändert. Die Veränderungen können durch UV-Strahlen, Rauchen, Chemikalien, Virusinfektionen, einen erhöhten Alkoholgenuss, eine falsche Ernährung oder aufgrund einer erblichen Veranlagung ausgelöst werden. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem seiner Gene. Dies spiegelt sich in den Neuerkrankungszahlen wider: 72 Prozent der Männer mit Krebs und 70 Prozent der betroffenen Frauen sind älter als 60 Jahre. Es gibt jedoch auch Krebsarten, die insbesondere jüngere Erwachsene betreffen.


Krebsneuerkrankungen in Südtirol

Jedes Jahr erkranken 2.397 Menschen in Südtirol neu an Krebs. Experten schätzen, dass die Zahl der Krebserkrankungen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zunehmen wird. Der Grund: Die Menschen werden immer älter und Krebs ist eine Erkrankung, von der insbesondere ältere Menschen betroffen sind. Mit rund 289 Neuerkrankungen im Jahr ist Prostatakrebs in Südtirol heute die häufigste Krebsart beim Mann. Hauptgrund hierfür ist der wachsende Anteil älterer Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. An zweiter Stelle steht beim Mann Darmkrebs mit 162 Neuerkrankungen. Lungenkrebs belegt bei den Männern mit 146 Erkrankungen pro Jahr Platz drei. Häufigste Krebsart der Frau ist Brustkrebs. Jährlich erkranken über 247 Frauen in Südtirol neu daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren. Über 40 Prozent der betroffenen Frauen sind jünger als 60 Jahre. An zweiter Stelle steht bei den Frauen Darmkrebs mit 137 Neuerkrankungen. Bei den Frauen steigen sowohl die Rate der Lungenkrebs-Neuerkrankungen als auch die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs. Die Ursache: Immer mehr Frauen rauchen! Prävention und Früherkennung sind die wichtigsten Waffen im Kampf gegen den Krebs.


Krebs-Früherkennung

Für ein Drittel aller Krebserkrankungen ist das Rauchen verantwortlich. Ein weiteres Drittel wird auf ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht zurückgeführt. Diese Faktoren der Lebensführung sind Risikofaktoren, die man vermeiden kann.

Für die meisten Krebsarten gilt: Je früher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Dies gilt insbesondere für Krebserkrankungen der Haut, der Brust, des Darms, des Gebärmutterhalses und der Prostata. Krebs-Früherkennungsuntersuchungen gehören daher zu den Standardleistungen der Sanitätsbetriebe. Trotzdem nutzen nur wenige diese zum Teil kostenlosen Untersuchungen. Die Südtiroler Krebshilfe setzt sich daher dafür ein, mehr Menschen zur Krebs-Früherkennung zu motivieren und auf die deutliche Verbesserung der Heilungschancen aufmerksam zu machen.


Das Krebs-Früherkennungsprogramm sollte folgende Untersuchungen vorsehen:

Für Frauen
  • ab dem 23. Lebensjahr: Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane; der Pap - Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist die älteste und meistbewährte Screening-Methode. Das ticketbefreite Vorsorgeprogramm sieht alle drei Jahre die Abstrichentnahme, Befundung sowie klinische gynäkologische Untersuchung für Frauen im Alter zwischen 23 und 65 Jahren vor.
  • ab dem 30. Lebensjahr: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust und Inspektion auffälliger Hautareale
  • Das Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Vom Beginn des 50. bis zur Vollendung des 69. Lebensjahres besteht alle zwei Jahre Anspruch auf ein ticketbefreites, qualitätsgesichertes Mammographie-Screening, eine Röntgenuntersuchung der Brüste. Zum Untersuchungstermin werden die anspruchsberechtigten Frauen schriftlich eingeladen. Durch diese systematischen Reihenuntersuchungen lässt sich die Sterberate an Brustkrebs für diese Altersgruppe deutlich senken.
Für Männer
  • ab dem 45. Lebensjahr: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitals und auffälliger Hautareale.
  • Die Zweckmässigkeit von Prostata-Screenings ist auf wissenschaftlicher Ebene zurzeit noch sehr umstritten. Es fehlt die wissenschaftlich untermauerte Bestätigung, dass der PSA-Test im Rahmen eines flächendeckenden Screenings für die Früherkennung von Prostata-Krebs den Kriterien der Wirksamkeit entspricht. Männern, die einen PSA-Test durchführen wollen, wird die Möglichkeit gegeben, nach entsprechender Aufklärung über Vor- und Nachteile sich dieser zu unterziehen, wobei eine Kostenbeteiligung vorgesehen ist.
Für Frauen und Männer: Darmkrebs-Früherkennung
  • vom 50. bis 55. Lebensjahr einmal jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl
  • Zurzeit findet auf Expertenebene eine Diskussion über die Zweckmässigkeit und Durchführbarkeit eines landesweiten Screenings zur Früherkennung des Kolonrektalkarzinoms statt.
  • der Stuhlblut-Test kann auch unabhängig von einer anderen Krebs-Früherkennungsuntersuchung wahrgenommen werden
Stand: Oktober 2006

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